Ein Objektiv defekt ab Werk oder welches eventuell auch auf dem Versandweg beschädigt wurde zu erkennen, ist manchmal tückischer als es scheint.
Transportschäden sind meistens recht einfach zu erkennen, Fallschäden oder mögliche anderen Defekte gelegentlich schwieriger. Heute trudelte ein Tamron SP70-300 F/4-5.6 Di VC USD zum Testen bei mir ein. Ein hochgelobtes Objektiv mit hervorragender Leistung, welches ich gerne durch meinen eigenen Testparcours schicken wollte.
Äußerlich ist das gute Stück völlig in Ordnung, aber leider steckt der Teufel im Detail:
Zuvor hatte ich noch nie ein VC USD Tamron in der Hand, sondern lediglich die vorherige Bauweise mit dem alten Antrieb. Von den mir bekannten Nikkor Teleobjektiven (dem AF-S Nikkor 70-300 mm 1:4,5-5,6G ED VR und dem AF-S Nikkor 70-200mm f2.8 G ED VR II) bin ich es gewohnt, das der Autofokus nicht pumpt (außer bei extrem wenig Licht) und lediglich der Bildstabilisator leicht zu hören ist. Der Autofokusmotor hingegen ist recht leise.
Bei dem heute ausgepacktem Tamron ist es genau umgekehrt: Der Autofokus pumpt ständig und findet keinen Fokus — Auslösen ist ein reines Glücksspiel. Der Stabilisator ist hingegen sehr leise, nur spürbar und im Sucherbild zu sehen. Ich habe das SP70-300 F/4-5.6 Di VC USD an der Nikon D90 und D7000 ausprobiert und an beiden Kameras folgt das gleiche Ergebnis: AF-S, AF-C, AF-On auf AF-L/AE-L Taste, Autofokus auf Auslöser, Auto-ISO an und wieder aus — es spielt keine Rolle.
Das Tamron-Objektiv verhält ich wie ein Elektrorasenmäher auf Amokfahrt, etwas überspitzt formuliert. Es sieht also nach einem erheblichen Defekt aus, auch wenn ich nicht wirklich die Ursache kenne.
An der Fokussierung kann es nicht liegen: Im hellen Sonnenschein habe ich mit dem mittleren Autofokus-Punkt auf eine klare Kontrastkanten fokussiert — in mehreren Versuche.
Titelbild von H.Adam – adamned.age unter CC BY 2.0.





















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