In letzter Zeit wurde ich häufiger gefragt, wie meine DRI und HDR Bearbeitung funktioniert und wann ich welche Technik und Software zu welchem Zweck anwende. Also baue ich kurzentschlossen eine zweiteilige Serie daraus, in der ich versuche, zumindest die Grundlagen und das “Warum und Weshalb“ zu erläutern.
Im ersten Teil wird sich es sich um DRI und die Frage nach dem „Warum“ drehen.
DRI Bearbeitung
Der Einsatzzweck von DRI
Der Wikipedia Eintrag zur Belichtungsfusion umschreibt etwas ausführlicher, worum es bei DRI eigentlich geht. Das Ziel, welches ich dadurch erreichen möchte ist, potenzielle Unter- und Überbelichtungen durch eine Belichtungsreihe auszuschalten und als Endresultat möglichst ein Bild mit detailreichen Licht- und Schattenbereichen zu erhalten. Also, keine Spitzlichter und keine komplett schwarzen Bildbereiche.
Mit knallbunten und vor Mikrokontrasten strotzenden HDR-Bildern konnte ich mich noch nie so richtig anfreunden, daher gehe ich bei der Bearbeitung eher zurückhaltender mit den Reglern um. DRI ist aus technischer Sicht ohnehin da schon deutlich schonender mit dem Bildmaterial. Daher verwende ich es gerne für Architekturaufnahmen bei Dunkelheit oder in der Dämmerung. Die Bearbeitung ist immer von subjektiven Eindrücken beeinflusst, trotzdem versuche ich möglichst zumindest die Lichtstimmung so wiederzugeben, wie ich sie vor Ort, unter den tatsächlichen Umständen wahrgenommen habe.
Ausgangsmaterial
Für eine Belichtungsfusion ist eine Belichtungsreihe (Bracketing) von drei Bildern ausreichend. Die kleine Herausforderung liegt darin, ein Foto zu erhalten, welches möglichst ausgewogenen belichtet ist, eines welches keinerlei Spitzlichter beinhaltet und ein letztes, welches keine unterbelichteten Bereiche enthält. Mittlerweile bieten viele DSLR und EVIL-Kameras eine Bracketing-Funktion mit wählbarem Blendenabstand an. Dies ist eine deutliche Arbeitserleichterung, trotzdem gerät man immer wieder in Situationen, in denen man manuell einfach flexibler ist. Zusätzlich gerät man gerade in der Dunkel sehr schnell in die Lage, ohnehin länger als 30 Sekunden belichten zu müssen und im Bulb-Modus hilft das interne Bracketing der Kamera ohnehin nicht weiter.
Die besten Erfahrungen habe ich mit der mittelbetonten Integralmessung bei Stadtaufnahmen in der Dunkelheit gesammelt. Diese Methode der Belichtungsmessung liefert meistens recht brauchbare Resultate. Zudem nutze ich ausschließlich RAW Daten um diese in Lightroom „zu entwickeln“. Auf diesem Weg lassen sich kleine Unzulänglichkeiten gut ausbügeln und ich kann eine JPEG Profil wählen, ohne mich bereits bei der Aufnahme festlegen zu müssen.
Arbeitsschritte
Nach dem Import der Bilder in Adobe Lightroom, wähle ich zuerst das normal belichtete Bild aus und wende zunächst die Objektivkorrektur an (das ist bei mir ein automatisierter Arbeitsschritt) und nach Bedarf korrigiere ich den Weißabgleich. Im zweiten Schritt wähle ich ein Jpeg-Profil aus: meistens „Standard“ oder „Neutral“. In manchen Fällen wende ich auch ein von mir selbst erstelltes Profil aus, welches dem Nikon eigenem Standard Profil der D7000 für mein Empfinden etwas näher kommt, als das von Adobe bereitgestellte. Mein Ziel ist es, hierbei einen möglichst realistischen Eindruck der örtlichen Gegebenheiten zu erzielen ohne allzu sehr Effekthascherei zu betreiben. Ein Entrauschen ist nicht notwendig, da man ohnehin mit niedrigen ISO-Werten arbeiten sollte und DRI dankenswerter Weise, durch die Belichtungsfusion das gleich mit erledigt.
Andere Regler lasse ich an dieser Stelle ebenfalls außer acht. Im letzten Schritt wende ich die von mir vorgenommenen Korrekturen noch auf die zwei anderen Bilder an.
Belichtungsfusion (DRI) out of Lightroom
Die eigentliche Arbeit lasse ich durch ein wunderbares Lightroom Plugin erledigen: LR/Enfuse (Donationware).
Die drei wichtigsten Regler sind „Exposure“, „Saturation“ und „Contrast“ — wobei das Hauptaugenmerk auf „Exposure“ liegt. Man sollte ein wenig experimentieren um herauszufinden, wie sich die einzelnen Regler auswirken. Es gibt dabei kein Patentrezept und fast jedes Bild erfordert möglicherweise andere Einstellungen. Aber: zum Ausprobieren eigenen sich die Standardeinstellungen schon einmal ganz gut.
Endresultat
Die LR/Enfuse Einstellungen für das Endresultat sind in diesem Fall Exposure 0.90, Saturation 0.60, Contrast 0.50.
Die letzten Schritte der Bearbeitung in Lightroom sind leichte Änderungen der „Gradationskurve“, Erhöhung des „Klarheit“-Reglers und ein leichtes Schärfen. Das ist es aber auch schon!
Verwendete Software
Im zweiten Teil geht es um meinen HDR Workflow. Anmerkungen oder Fragen gerne in die Kommentare.
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